Materialvergleich
Glas, Stegplatten oder Acryl? Der Materialvergleich
Die Eindeckung bestimmt, was Sie von der Terrasse aus sehen, was Sie bei Regen hören und wie das Dach nach zehn Jahren aussieht. Hier die Unterschiede ohne Herstellerbrille – mit Blick auf das, was zwischen Bodensee und Allgäu zählt.
Verbundsicherheitsglas (VSG) ist die langlebigste und leiseste Eindeckung, bleibt klar und hält Hagel in der Regel besser stand als Kunststoff – kostet aber mehr und braucht kräftigere Profile. Polycarbonat-Stegplatten sind die günstigste Lösung und streuen das Licht, lassen aber keinen klaren Blick zu. Acrylglas liegt preislich dazwischen. Beim Rahmen hat sich Aluminium durchgesetzt.
Die drei Eindeckungen im direkten Vergleich
| Eigenschaft | Glas (VSG) | Stegplatten (Polycarbonat) | Acrylglas |
|---|---|---|---|
| Eindeckung je m² | 60–130 € | 20–50 € | 50–90 € |
| Bausatz Alu je m² | 350–600 € | 250–450 € | – |
| Durchsicht | Klar (oder matt) | Lichtstreuend, keine klare Sicht | Klar |
| Nach vielen Jahren | Bleibt klar | Wird matter | Kann verkratzen |
| Regen | Leise | Deutlich hörbar | Hörbar |
| Gewicht | Schwer – stärkere Profile nötig | Leicht | Leicht |
| Reinigung | Einfach | Schmutz in den Kammern möglich | Nur mit weichen Mitteln |
Preise: Aroundhome (Eindeckung, aktualisiert 16.02.2026) und Grünklar (Bausatz, 06/2026). Eigenschaften: allgemeine Materialeigenschaften, je nach Produkt unterschiedlich.
Für Seeblick und Langlebigkeit
Verbundsicherheitsglas (VSG)

VSG besteht aus zwei Glasscheiben mit einer reißfesten Folie dazwischen. Bricht eine Scheibe, bleiben die Splitter an der Folie hängen. Deshalb ist es bei Glasdächern über Köpfen die übliche Wahl.
Was in unserer Region dafür spricht:
- Freier Blick. Wer am Hang über dem See oder mit Blick auf die Alpen wohnt, will den Himmel sehen – nicht eine milchige Platte.
- Robuster bei Hagel. Glas wird durch kleine Hagelkörner nicht stumpf und verbeult nicht. Kunststoffe verlieren laut Versicherern mit den Jahren an Hagelwiderstand. Wie viel ein bestimmtes Produkt aushält, sagt die Hagelwiderstandsklasse – fragen Sie danach. Mehr zu Hagel
- Schnee. Glas trägt viel, ist aber schwer. Für Schneelastzone 2 und 3 legt der Hersteller Glasstärke und Sparrenabstand fest – das darf nicht improvisiert werden.
Bedenken Sie: Unter klarem Glas wird es im Sommer warm. Am See mit langen Sonnentagen gehört eine Beschattung – Markise auf oder unter dem Dach – fast immer dazu, alternativ Mattglas oder ein Lamellendach.
Für das kleinere Budget
Polycarbonat-Stegplatten

Mehrwandige Kunststoffplatten mit Luftkammern: leicht, bruchfest und deutlich günstiger als Glas. Das Licht wird gestreut, die Terrasse liegt in hellem Schatten ohne Blendung.
Gut für: große Flächen mit kleinem Budget, Carports und Nebenflächen, Nordterrassen, auf denen niemand den Himmel betrachten will.
Bedenken Sie:
- Keine klare Durchsicht – den Bergblick gibt es nur seitlich.
- Regen ist hörbar, Hagel laut.
- Die Platten werden mit den Jahren matter. In den Kammern kann sich Schmutz oder Feuchtigkeit sammeln, wenn die Kanten nicht sauber abgeschlossen sind.
- Bei großem Hagel können Platten Dellen oder Risse bekommen. Achten Sie auf die vom Hersteller angegebene Hagelbeständigkeit und die Garantiebedingungen.
Der Mittelweg
Acrylglas
Massive Kunststoffplatten, die fast so klar wirken wie Glas, aber deutlich leichter sind. Sinnvoll, wenn die Hauswand oder ein vorhandener Unterbau wenig Last aufnehmen kann und trotzdem klare Sicht gewünscht ist.
Bedenken Sie: Acryl ist kratzempfindlicher als Glas und darf nur mit weichen Tüchern und milden Mitteln gereinigt werden. Für schneereiche Lagen ist entscheidend, für welche Last das System freigegeben ist.
Rahmen
Aluminium oder Holz?

Aluminium rostet nicht, braucht keinen Anstrich und ist pulverbeschichtet in vielen Farben zu haben – am häufigsten Anthrazit (RAL 7016), gefolgt von Weiß. Für hohe Schneelasten gibt es verstärkte Sparren und zusätzliche Mittelstützen.
Holz wirkt wärmer und passt zu manchem Bauernhaus im Allgäu oder Hinterland. Es ist im Einstieg günstiger, braucht aber regelmäßig Lasur oder Anstrich. Leimholz aus Fichte ist günstig, Lärche und Douglasie sind witterungsbeständiger.
| Ausführung | je m²* |
|---|---|
| Holz + Kunststoffdach | 150–600 € |
| Holz + Glasdach | 210–900 € |
| Alu + Kunststoffdach | 210–1.000 € |
| Alu + Glasdach | 250–1.200 € |
| Stahl + Glasdach | 1.100–1.500 € |
* Aroundhome, aktualisiert 16.02.2026. Breiter als die Bausatzpreise, weil auch Premium- und Maßanfertigungen enthalten sind.
Entscheidungshilfe
Was passt zu welcher Lage?
Glas, meist mit Beschattung
Viel Sonne, oft ein Blick, den man nicht verbauen will. Klarglas plus Markise oder ein Lamellendach.
Glas oder Stegplatten
Zone 1 und moderate Lasten: Hier entscheidet vor allem das Budget. Bei Hagelsorgen eher Glas.
Statik zuerst, dann Material
Wangen, Leutkirch, Isny: Erst klären, welches System die Schneelast trägt. Danach die Eindeckung wählen.
Häufige Fragen zum Material
Was ist besser: Glas oder Stegplatten?
Glas, wenn Ihnen klare Sicht, Ruhe bei Regen und eine lange Lebensdauer wichtig sind. Stegplatten, wenn das Budget im Vordergrund steht oder Sie gestreutes Licht ohne Blendung möchten. Bei 12 m² liegen im Bausatz rund 1.200–1.800 € dazwischen.
Welche Eindeckung hält Hagel am besten aus?
Verbundsicherheitsglas ist in der Regel robuster als Kunststoffplatten, aber auch Glas hat Grenzen. Vergleichbar wird es über die Hagelwiderstandsklasse, die einige Hersteller für ihre Produkte angeben. Fragen Sie im Angebot danach und lesen Sie die Garantiebedingungen. Hagel in der Region
Hält ein Glasdach die Schneelast im Allgäu aus?
Ja, wenn Glasstärke, Sparrenabstand und Profile für die Schneelastzone und Höhe Ihres Grundstücks ausgelegt sind. Im Westallgäu (Zone 3) ist das deutlich mehr als am See. Lassen Sie sich die zulässige Schneelast schriftlich bestätigen. Schneelast berechnen
Wird es unter einem Glasdach im Sommer zu heiß?
Unter Klarglas staut sich an sonnigen Tagen Wärme. Abhilfe schaffen eine Markise auf oder unter dem Dach, Mattglas oder ein Lamellendach, dessen Lamellen sich öffnen lassen.
Welche Rahmenfarbe ist am beliebtesten?
Anthrazit (RAL 7016). Es passt zu den meisten Fensterrahmen und ist bei vielen Herstellern Standard. Weiß wirkt leichter, zeigt aber Schmutz schneller. Manche Bebauungspläne machen Vorgaben zu Farben – ein Blick hinein lohnt sich.
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